Hörerfolg mit Zeichenstift

Originelle Hörtest-Aktion mit Entertainer Jörg Knör bei HörKnör in Wuppertal

„Aktuelle Hörgeräte-Technologie gepaart mit Witz und Charme“ – unter diesem Motto organisierte die Firma HörKnör aus Wuppertal in Kooperation mit der GN Hearing Anfang November eine zweitägige Hörtestaktion der ganz besonderen Art: Hier wurden nicht nur kostenlose Hörtests angeboten und innovative Hörsysteme präsentiert sowie gegebenenfalls zur Probe angepasst. Für einen Nachmittag war zudem der bekannte Entertainer, Stimmen-Parodist und Karikaturist Jörg Knör im Fachgeschäft zu Besuch. Mit seinem Gast-Auftritt wollte Jörg Knör, großer Bruder von Geschäftsinhaberin Petra Knör, die Aktion unterstützen. Wer zum kostenlosen Hörtest bei HörKnör kam, konnte sich zugleich vom prominenten Schnellzeichner porträtieren lassen und sein Konterfei anschließend mit nach Hause nehmen.


Zahlreiche Interessenten ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. – „So habe ich noch nie einen Hörtest gemacht; das war Spitze“, kommentierte beispielsweise Besucherin Ingeborg Zobel die originelle Aktion. - „Ich fand es ganz toll, eine angenehme Atmosphäre“, meinte Annette Möller, nachdem sie sich beraten und ihr original Jörg-Knör-Porträt erhalten hatte. „Man hat mir das mit dem Ohr und mit dem Hörgerät demonstriert. Mein Hörtest ist auf dem rechten Ohr leider nicht so gut ausgefallen. Ich komme gerne wieder.“ – Ähnlich positiv äußerte sich der Wuppertaler Klaus Wolzenburg, Fliesenleger und bekennender Knör-Fan: „Es war super. Man selbst weiß ja gar nicht, wie das Hörvermögen ist. Ich verstehe ja alle. Nur in den Feinheiten ist es aufgrund meines Alters wahrscheinlich ein bisschen schlechter.“

Während Inhaberin Petra Knör - unterstützt von der ReSound-Trainerin Martina Kowalski - die audiologische Beratung übernahm, unterhielt sich Entertainer Jörg Knör während des Zeichnens angeregt mit den Besuchern. Die dabei gewonnenen Informationen nutzte der Karikaturist gleich für seine Werke. – „Herr Knör war so nett und hat mir noch Karl Lagerfeld mit auf das Bild gemalt“, freute sich da beispielsweise Steffi Naumann, Inhaberin der Wuppertaler Damen-Boutique „Ankleide“, als sie ihr fertiges Porträt in Augenschein nahm.

Auch die Organisatoren zeigten sich am Ende ihrer Aktion überaus zufrieden. – „Das war sehr schön und erfolgreich zugleich“, so das Fazit von Vertriebsaudiologin Martina Kowalski. „Wir haben viele Kundenkontakte gepflegt und neue Kunden gewonnen, und die Aktion mit Herrn Knör und den Zeichnungen ist sehr gut angekommen.“ - „Ich bin sehr zufrieden“, so Petra Knör. „Die Kundenresonanz war sehr gut. Wir haben viele Neukunden gewonnen und freuen uns sehr darüber.“

 

Hier finden Sie einen kleinen Video-Beitrag zur Aktion von HörKnör: „Ironie ist doch klasse.“

Jörg Knör über das Hören und das Parodieren von Stimmen, über seinen Vater Hans Knör, seine Bekanntschaft mit Loriot und Rudi Carrell und über Hörgeräte-Witze

 

Redaktion: Herr Knör, man kennt Sie als Entertainer, Stimmen-Parodist und Karikaturist. Wie kam es zu diesem Gastauftritt im Geschäft Ihrer Schwester?

Jörg Knör: Ganz einfach. Wer mit einem Geschäft startet, sollte ja gerade in den Anfangsjahren immer mal die eine oder andere zusätzliche Rakete zünden. Ich hatte meiner Schwester versprochen, sie bei Gelegenheit zu unterstützen. Also suchten wir nach einer Möglichkeit, ihr Geschäft mit meiner Unterhaltungskunst zu verbinden. Sich im Laden zu produzieren wie sonst auf der Bühne; das passte eher nicht. So kam mir die Idee mit den Karikaturen.

Zeichnen gehört zu meinen Bühnen-Shows. Und ich mache das sehr gerne. Es ist was Handwerkliches – damit ein bisschen der Hörakustik vergleichbar. Lange vor meiner Kariere, die vor 35 Jahren begann, hab ich mit Zeichnen mein Taschengeld verdient. Damals ging ich auf die Flohmärkte hier in Wuppertal und bekam für jedes Bild drei D-Mark. 

Red.: Ihr Vater Hans Knör ist der Gründer der Deutschen Tinnitus-Liga. Ihre ganze Familie ist stark mit dem Hören verbunden. – Sie auch?

J. K.: Meinen Vater hat sein Tinnitus zu einer Lebensaufgabe geführt. Er hat eine Krise sozusagen in ein grandioses Lebenswerk verwandelt. Ich bin stolz auf ihn. Und ich konnte ihn übrigens hin und wieder bei seiner Arbeit unterstützen. Das Logo der Tinnitus-Liga zum Beispiel, dieses T mit dem Ohr, das hatte ich ihm damals gestaltet.

Aber darüber hinaus spielte das Thema Hören bei uns eigentlich nie eine große Rolle. Heute arbeite ich sicherlich in einem Beruf, in dem es mehr Lärmbelastung gibt als bei manch anderem. Ich war auch schon mal in der Tinnitus-Klinik, weil ich durch Überlastung so ein Tönchen hatte. Es ist gut zu wissen, wie quälend das ist. Und im Umgang mit meinen Kindern ist Hören schon ein Thema. Sie sind jetzt 18, 14 und 6 Jahre alt. Und ich sage ihnen schon, was zu laute Musik auf lange Sicht anrichten kann.

Red.: Ob Inge Meysel, Udo Lindenberg, Helmut Kohl oder Gerhard Schröder, ob Dieter Bohlen, Karl Dall, Bruce Darnell oder Biolek… - Sie können die Stimmen von so ziemlich jedem Promi verblüffend echt nachmachen…

J. K.: Naja, einige parodiere ich auch nicht - weil ich sie nicht mag, oder weil deren Stimme einfach nicht markant genug ist.

Red.: Vermutlich müssen Sie doch jede Stimme zuerst einmal sehr genau hören, sie sich erschließen, ehe Sie sie parodieren können?

J. K.: Ja, das stimmt. Das hat für mich sehr viel damit zu tun, dass man musikalisch ist. Beim Singen geht es doch auch darum, die richtigen Töne zu treffen. Wenn Du nicht weißt, wo die Töne liegen, kannst Du die Stimme nicht kontrollieren. Du musst die Töne erst denken, bevor Du sie singst. Und Stimme ist Melodie.

Was unterscheidet die Stimm-Melodie von Franz Josef Strauß etwa von der Willy Brandts…? – Stimm-Parodie hat etwas mit der exakten Kontrolle der eigenen Stimme zu tun. Andererseits ist es mir auf der Bühne sehr wichtig, dass alle Feinheiten der Stimme auch mit Brillanz wiedergegeben werden. Wenn ich zum Beispiel einen Helmut Schmidt mache, dann möchte ich, dass jedes Knarzen, jedes Räuspern oder Röcheln auch ganz crisp und plastisch beim Zuschauer ankommt.

Red.: Sie stehen jetzt seit über 35 Jahren auf der Bühne. Begonnen hat Ihre Show-Karriere einst als jüngster Kandidat in Rudi Carrells TV-Quiz „Am laufenden Band“, und sie waren sieben Jahre lang die Stimme von Loriots Zeichenfiguren „Wum und Wendelin“. Sind Carrell und Loriot so eine Art Lehrer für Sie gewesen?

J. K.: Weiß ich nicht. Schule – wenn man das so bezeichnen will – heißt eigentlich Abgucken von ganz vielen Leuten. Bei jedem findet man was. Rudi Carrell war mein großes Vorbild; seine Art von Unterhaltung, seine Lockerheit, die Kreativität. Und er hat ganz viele Dinge vereint, war z. B. auch ein leidlicher Sänger, hat anfangs sogar noch gezaubert. Eine richtige Rampensau eben. Das hat mich fasziniert.

Und bei Loriot war es halt Zufall. Er hatte keine Lust mehr, Wum und Wendelin zu machen. Und für mich war es schön, mit einer solchen Größe zu arbeiten. Einmal war ich mit meinen Aufnahmen früher fertig als geplant. Er hatte die Kosten für meine Übernachtung im Hotel gespart – und ich einen Wunsch frei. Ich wünschte mir, mit ihm gemeinsam um den Starnberger See zu wandern. Das sind einfach schöne Momente.

Red.: Rudi Carrell war ja auch für die Hörakustik-Branche eine herausragende Größe…

J .K.: Ich hatte unzählige Erlebnisse mit ihm. Er war mein Idol, ich im Prinzip sein Fan. Und später – etwa bei „7 Tage 7 Köpfe“ - waren wir Kollegen. Wir waren einmal in Holland zusammen zu einer TV-Aufzeichnung. Ich hatte ihn bis dahin immer als sehr cool und abweisend erlebt. Aber dann meinte er zum Drehschluss: ‚Komm, lass uns doch noch ein Bier trinken – unter Kollegen.‘ – Dieses ‚unter Kollegen‘, das war wie ein Ritterschlag für mich. Und wie eine Bestätigung für meinen Weg.

Er ist ja sogar ausgezeichnet worden dafür, dass er sich offen zu seinen Hörgeräten bekannt hat, um diesen Geräten ihren Makel zu nehmen. Ich fand das damals sehr gut von ihm.

Red.: Aber er hat damit z. B. bei „7 Tage 7 Köpfe“ immer wieder Angriffsfläche für die Witze der anderen geboten. – Rudi, der Holländer; Rudi, der Hörgeräte-Träger… - Sind solche Witze OK? Wo ist die Grenze?

J. K.: Klar macht man sich darüber lustig. So wie man sich über das Auge von Karl Dall oder über Mike Krügers Nase lustig macht. Das gehört dazu; und Ironie ist doch klasse.

Grenzen gibt es natürlich. Man darf nicht verletzend sein. Wer sich meine Parodien genau anschaut, wird feststellen, dass ich mich nicht wirklich über die Prominenten lustig mache. Ich mache sie lustig. Aber ich stelle mich nicht über sie. Ich hätte zum Beispiel jede Menge guter Gags über Jenny Elvers. Aber das wäre so ein Punkt. Da ist eine Frau, die hat gerade eine harte Zeit. Da habe ich auch Mitleid.

Red.: Aber über Hörgeräte-Träger oder auch über Behinderte zu lachen, das ist schon möglich?

J. K.: Vor Jahren hatte ich sehr viel mit Menschen zu tun, die im Rollstuhl saßen oder andere Behinderungen hatten. Wenn man im Umgang mit ihnen Hemmungen hat, Witze zu machen, dann sagen sie Dir: ‚Das ist doch eigentlich auch nur eine Art der Diskriminierung, dass man nicht mal über uns lachen darf. Wir wollen vom Witz nicht ausgespart werden. Das ist falsches Mitleid, mit dem wir doch auch nur im Abseits stehen. Nein, ihr könnt Euch über uns lustig machen. Wenn es nicht verletzend ist, dürft Ihr das.‘

Zum UNO-Jahr der Behinderten 1981 hatte ich dann so eine Karikatur gemacht. Im Urwald steht ein Rollstuhlfahrer wie angewurzelt vor einem Kannibalen; und der meint nur: ‚Grüß Dich, Essen auf Rädern!‘ – Eigentlich harmlos. Aber man muss auch aufpassen. Wobei die Kritik meist nicht von den Behinderten kommt, sondern von anderen Leuten. Wenn ich bei meinen Shows vorne im Publikum Behinderte sitzen habe, gehe ich mit denen relativ jovial um. Die verstehen es richtig. Und das ist die Hauptsache.

Red.: Sie können jedoch in Ihren Shows auch durchaus hart austeilen…

J. K.: Natürlich gibt es Fälle, in denen man ganz klar und hart reden muss; bei Dingen, die einen selbst aufregen. Beim Steinbrück zum Beispiel. Ich finde es einfach ein Unding, dass solche Leute für eine Stunde reden 20.000 Euro bekommen. Ich denke, die sollten in der Stunde nicht sich bereichern – sondern uns. Ich hab nichts dagegen, wenn Menschen so viel Geld verdienen. Aber nicht als Politiker.

Die Willkür in der Politik, das ist z. B. schon etwas, was mich aufregt. Die Mauer ist zwar weg. Aber es gibt so eine neue, unsichtbare Mauer, die unsere Politiker vom Volk trennt. An solchen Punkten geht meine Kritik schon mal tiefer. Aber ich will nicht, dass den Leuten im Publikum das Lachen im Halse stecken bleibt. Ich spreche etwas an, mache es noch einmal bewusst. Doch ich bin kein politischer Kabarettist. Ich will die Welt nicht verändern. Ich will sie lediglich den Leuten, die vor mir sitzen, für zwei, drei Stunden angenehmer, entspannter, erträglicher machen.

Red.: Und wenn unsere Leser nun Lust auf mehr bekommen haben? Wo könnten sie Sie demnächst live erleben?

J. K.: Am besten, sie schauen auf meine Web-Site www.knoer.de, denn dort sind immer meine aktuellen Termine drin.

Red.: Herr Knör, haben Sie vielen Dank für das interessante Gespräch.