Hörsysteme

Die Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Hörverluste (z.B. Hörverlust der hohen Töne, oft in fortgeschrittenem Alter und durch Lärmeinwirkung) durch Hörsysteme in allen Lebenssituationen zu verbessern, sind vielfältig. Ob im privaten Bereich, auf Familienfeiern und Treffen von Freunden oder im Beruf bei Bürobesprechungen und Konferenzen, beim Telefonieren oder auch beim Hören von Musik und letztendlich bei Vorträgen jeglicher Art sind moderne fortschrittliche Hörsysteme in der Lage, das Verstehen von Sprache, Geräuschen, Klängen usw. wieder exakt auseinanderzuhalten und zu verbessern.

Moderne Technik lässt sich in verschiedene Kategorien unterteilen und zwar:
 

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HDO)

Diese Hörsysteme werden hinter dem Ohr getragen. Sie bestehen aus mehreren Teilen: zum einem aus dem Hörgerät und zum anderen aus einer maßangefertigten Otoplastik (Ohrpassstück) und einem Schallschlauch, der den verstärkten Schall vom Hörgerät durch das Ohrpassstück ins Ohr zum Trommelfell weiterleitet. Diese Hörsysteme eignen sich besonders gut bei hochgradigen Hörverlusten.

Offene Versorgung

Auch hier werden die Hörgeräte hinter dem Ohr getragen. Es kommt nur ein dünner Schlauch mit einem Schirmchen oder einem externen Hörer in den Gehörgang. Bei diesen Hörsystemen bleibt der Gehörgang für Schallereignisse, die noch gut zu hören sind, also nicht vom Hörverlust betroffen sind, offen. Das hat den Vorteil, dass das Richtungshören erhalten bleibt und das Tragen solcher Hörgeräte sehr bequem und komfortabel ist. Dank des dünnen Schlauches fällt das Hörsystem kaum auf. Leider sind diese Hörsysteme nicht für Menschen aller Hörverluste geeignet. Dies lässt sich aber bei einem Hörtest schnell herausfinden.

Im-Ohr-Hörgeräte (IDO)

Diese Hörsysteme werden im Gehörgang getragen und sind somit die unauffälligsten Hörsysteme. Sie nutzen die natürliche Richtwirkung des Ohres. Da der Lautsprecher des Hörgerätes nahe am Trommelfell platziert ist, ist eine gute Schallübertragung gewährleistet. Der Nachteil dieser Hörsysteme ist aber, dass der Gehörgang verschlossen wird und damit nicht mehr gut belüftet werden kann. In etlichen Fällen kommt es zu Juckreiz, manchmal auch Gehörgangsentzündungen. Außerdem sind sie für Menschen, die zur vermehrten Schweißbildung neigen, nicht so gut geeignet.

BI-CROS

Bei dieser Versorgungsart wird auf das betreffende Ohr, das an Taubheit grenzend ist (das heißt, dass auf dem Ohr so gut wie nichts mehr gehört wird) lediglich ein Mikrofon aufgesetzt. Das gegenüberliegende Ohr wird, je nachdem welchen Hörverlust es aufweist, mit einem Hörsystem versorgt. Über das Mikrofon werden Geräusche und Sprache auf die andere (besser hörende) Ohrseite übertragen, so dass das Richtungshören und das räumliche Hören wiederhergestellt werden. Diese Übertragung kann per Funk oder auch über eine Kabelverbindung hergestellt werden.